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Band 2: Der Doge und Pax

Pax ist eine Amazone, das heißt, sie gehört zur Garde des Dogenpalastes. Die Amazonen sind die Vorgesetzten der männlichen Palastgarde.

Aber als sie mit dem Dogen allein war, sprach sie ihn mit »Tanguta« an und duzte ihn. Was für eine Kühnheit. In seinem Schlafzimmer, einem üppig und barock eingerichteten Raum mit Blick auf den großen Kanal, schob sie den hübschen Mann sogleich rückwärts auf das Bett, so daß das antike Stück leise krachte. Ein etwas überdimensioniertes Möbel für einen der Unseren, der doch nur vier Stunden döst, dachte sie. Aber herrlich mit Samt und Brokat ausstaffiert. Auch der Doge hatte eine Brokatrobe an. Seine Krone, eher eine steife Brokatkappe mit einem hinten aufragenden Horn, lag auf einem Kissen auf dem Seitenregal. Seine honigbraunen Haare flossen in Locken über seine Schultern. Sie stieg über ihn und blieb eine Weile bewundernd so sitzen. Dann zog sie seine Robe auseinander und die Tunika hoch. Er lag passiv und mit genießerischem Ausdruck unter ihr, seine Arme in einer Haltung, als hätte man ihm »Hände hoch!« zugerufen. Sie faßte sie und legte seine Handgelenke überkreuz. Darauf stützte sie sich und küßte ihn ohne Scheu und ohne Demut.

»Ja, darum liebe ich meine Amazonen«, würde er später zu Selknam, dem Kommandanten der Stadtwache sagen, »sie sind nicht nur kühn, wenn sie für uns streiten oder strafen, sie sind es auch, wenn du mit einer von ihnen allein bist. Sie haben Charakter.«

Nase an Nase schwebte sie über ihm. »Wie schön du bist, mein Doge«, murmelte sie. »Und du bist so mächtig, so mächtig — und in meiner Hand. Das ist so geil. Doge Tanguta, ich ficke dich.«
Sie ließ ihn los — sie wußte, er würde liegenbleiben. Sie warf ihre Ledersachen ab, schob seine Robe ganz auseinander, zog ihm die Tunika über den Kopf — hierbei half er ihr —, dann glitt sie wie eine Schlange über ihn. »Mach mir ein so schönes Kind, wie du es warst«, murmelte sie an seinem Ohr. Schlagartig war er so hart, daß sie ihn mühelos besteigen konnte. Sie saß so fest auf ihm, daß es ihm nicht möglich war, sich zu bewegen. Alles, was er spürte, war das Zucken ihrer Muskeln um seinen Schwanz. Fest hielt sie ihn und küßte ihn, fühlte unauffällig, ob der alte Herr heiß war — wie es alle fürsorglichen Frauen und andere Sexpartner taten. Einen Orgasmus, einen zweiten, einen dritten holte sie sich auf ihm, ohne, daß er sich rühren konnte oder mußte. Dann stieg sie ab, was er mit einem bedauernden Seufzer quittierte, und küßte ihn.
»Hat es dir gefallen, mein Doge?«
Er nickte. Er wollte sie an ihr anfängliches Vorhaben erinnern, denn so konnte das ja nichts werden; aber Tanguta ist im Grunde schüchtern.
»Dann wirst du mich in solcher Erinnerung behalten, daß du dich nicht selber anfaßt, wenn ich gegangen bin, sondern bis zum nächsten Mal...«
Ihm entrang sich ein schmerzlicher Seufzer.