Bei den Rebellen

Lelo/Isegrim ist in die Hände der kannibalischen Rebellen gefallen und muss ein Tagebuch führen, wie er es bereits beim Dogen tat. Da er ein serf ist, ein Sklave, lesen seine Herren oder Herrinnen das Tagebuch und schreiben auch eigene Bemerkungen hinein.

Wer guckt mir immer in mein Tagebuch?

Isegrims Tagebuch

wird leider noch von anderen gelesen und kommentiert

Perkele lachte. „Schau dich doch an, was für harmlose Schmusekatzen..."
Nein, ich habe gesagt, schau dir doch an, was für gottverdammte ungefickte Schlappschwänze ihr geworden seid
Ja, danke für Ihren Beitrag. Guckt der mir doch schon wieder über die Schulter.
Nachdem wir uns unterhalten hatten, hat er mich wieder massiert, und mich überlief ein Schauer nach dem anderen. Es gibt nur einen, der das so wunderbar macht, und das ist Bah, hör mir doch bloß auf mit Tante Tanguta.
Kann ich denn jetzt bitte mal weiterschreiben? Zieht der mir einfach den Federhalter aus der Hand. Und mir was durchstreichen in meinem Tagebuch, das geht gar nicht. So. Finger weg.
Er hat mich so massiert, daß mich ein Schauer nach dem anderen überlief. Er tut mir auch bewußt ein bißchen weh, kneift mich in die weichen Partien meiner Arme und Beine, in meine Nippel — die Ringe brauchen, wie er meint, und ich solle nicht denken, daß er mich dreimal fragen wird, ob er sie mir stechen darf —, und ich werde jetzt immer schneller hart, mit jedem Mal, da er mich anfaßt. Ich darf/soll/muß auch ihn anfassen, und ich sehe jetzt, daß er ein Stichloch hat, eine recht große Öffnung auf der Unterseite des Penis, eine Kugel schließt den Stich, eine zweite am anderen Ende verrät einen Viertelring, wie ich es in der Vergangenheit mehrfach gesehen habe. In Sukent fängt es an, Mode zu werden.
Du glaubst nicht, wie die Weiber drauf abfahren. Was denkst du, warum ich schon vermutlich elf Kinder in den umliegenden Dörfern habe? Sieben davon sind Wilde. Eine Pracht. Übrigens hast du mich jetzt auf eine Idee gebracht. Findest du es schön?
Ja, bißchen gruselig, aber doch schön.

23. OKTOBER, ABEND
Da habe ich mir was eingebrockt. Jetzt bin ich drei Stiche reicher. Ja, drei. In jedem Nippel habe ich einen Ring und einen durch den Penis, einen sogenannten Prinz Albert nach dem Gemahl der englischen Königin. Seine Majestät Perkele hat es sich nicht nehmen lassen, mich zu fesseln und mich Hiisi in die Arme zu legen, die Weiber heißes Wasser und Alkohol bereitstellen zu lassen, ein schönes glattes Küchenbrett als Unterlage zu benutzen und mir die Stechung höchstpersönlich zu verabreichen. Es hat noch nicht mal besonders wehgetan, ich mußte vorher Papavers rauchen, Perkele machte es routiniert und bestimmt nicht zum ersten Mal. Es ging schnell, er schloß den Ring, drückte ihn zu, und der Ring schnappte mit hörbarem Klick ein, und ich habe keine Ahnung, wie der wieder aufgehen wird, und dick ist er auch, etwa 5 Millimeter.
Der muß nicht wieder aufgehen, den darfst du behalten, willst du mich beleidigen?

Dann erfuhr ich, wozu das heiße Wasser dienen sollte, das war sein Getränk und wurde auch mir zur Stärkung gegeben, als er fertig war. Der Alkohol hingegen hieß Subotnitschnaya, was bedeutet, „Der Schnaps zur Sonntagsarbeit“, wie mir Iván verriet, der mehrere slawische Sprachen versteht; und dieser Schnaps nun wurde teils zum Desinfizieren gebraucht, biß wie Hölle, und den Rest kippten die Frauen. Und da wir Homsarecs ja keinen hochprozentigen Alkohol vertragen, tat er sich nur einen Schuß davon in seinen Becher mit dem heißen Wasser. Davon gab er mir auch was zu trinken, und siehe da, es tat ganz gut. Und endlich wurde auch das wichtigste Heilmittel der Homsarecs auf meine Stichstellen angewendet, der heilende Speichel. Das wird dreimal so schnell heilen wie bei einem Cro, versprachen sie mir. Ein paar Tage muß ich jetzt doch auf Sex verzichten — wenigstens auf aktiven.

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