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Homsarecs!

Homsarecs! Teil 2 Die Luxus-Ausgabe Galerie Spoiler-Alarm!
Schauplätze: Mehr Schauplätze
Ursprünge

Die Orte, wo das spielt

Schauplätze

Die Villa der Tante Nox

wo Lelos Einbruch stattfindet

Drei Orte des Romans, die ich genauer beschreibe, habe ich selber in Augenschein genommen: Venedig als die Stadt Sukent, Tallinn zweimal hebe ich zweimal besucht, einmal noch unter sowjetischer Herrschaft, einmal nach der Wiederaufnahme des Freistaates; und Weimar in Thüringen, das ich ebenfalls zweimal besucht habe. Ich legte Wert darauf, die meisten Schauplätze aus eigener Sicht zu kennen. Das trifft nur auf das Kloster an der estnisch-russischen Grenze in Petseri/Petschory nicht zu.
Meine Wahl traf auf Weimar, weil es ein Ort ist, der für eine labile und undankbar behandelte junge Demokratie steht, und das betrifft die Weimarer Republik ab 1918 wie auch die ehemalige DDR.

Venedig

Der Dogenpalast im Nebel

Teile der Geschichte spielen in ‘Sukent’ (türkisch für ‘Wasserstadt’), die man als Venedig identifizieren kann. Ich war viermal in dieser Stadt, 1966 und zweimal in den frühen Siebzigern, und kürzlich, im Mai 2017. Bilder dieser Reise sind ebenfalls vorhanden.
Ich habe sie 1972 in frühmorgendlichen Herbstnebeln fotografiert, zwischen 7 und 8 Uhr, als noch keine Touristen unterwegs waren, eine Stadt, in der die Einwohner ihre Kinder zur Schule brachten und ihre Gemüseboote an den Treppen der Herberia festmachten. Ich sah es, bevor der Karnevalspomp losging, der es in ein Disneyland verwandelt hat. Ich sah es in seiner spröden antiken Schönheit, sozusagen nackt.

Tallinn

Und ich kenne Tallinn aus eigener Anschauung, war zweimal dort. Das eine Mal in der Sowjetzeit. Ich erlebte das klamme Gefühl von Abgehörtwerden, von Mikrofonen im Hotelfußboden, von Spitzeln, die sich als Verehrer ausgaben und mich, das Mädchen mit den langen blonden Haaren, unter dem Vorwand eines Gangs auf den Jahrmarkt auszuhorchen versuchten. Ich war gewarnt, ich langweilte ihn zu Tode, bis er ging. Jahrzehnte später, in der Zeit der wiederbelebten Republik, war ich erneut dort mit meinem Mann. In Tallinn in der Mauerstraße/Müürivahe 52 gibt es einen Sex-Club. Er befindet sich in den mittelalterlichen Befestungsanlagen, wie ich ihn beschrieben habe. Allerdings war der BDSM, als ich den Club besuchte, ein reiner Showbetrieb, nicht zu vergleichen mit der westeuropäischen Szene. Mehr als einen Drink haben wir dort nicht konsumiert.

Petschory/Petseri

/Petschur ist ein Ort mit einem Kloster in Nordrußland nah Pskow und der Grenze zu Estland, allerdings nicht, wie ich es in der Geschichte behaupte, auf der estnischen Seite. Es gehörte bis zur Okkupation durch die Sowjetunion im II.Weltkrieg zu Estland und wurde dann Rußland angegliedert. 2005 schlossen Estland und Rußland einen Vertrag, von dem Rußland jedoch nach wenigen Wochen wieder zurücktrat. Er hatte eine Klausel enthalten, nach der Estland den Verzicht auf das Gebiet um Petschory erklärte. Wenn dieses Abkommen wieder nichtig ist, ist dann auch der Verzicht nichtig? Das ist nicht abschließend geklärt. Estland verhält sich in dieser Frage jedoch unaggressiv, sprich, stellt keine Forderungen.

Das Kloster
In Petschory gibt es eine Kirche der »Dormition«, was mit Schlaf zu tun hat. Gemeint ist allerdings das »Entschlafen der Maria«, eine Vorstellung, die es nur in der orthodoxen Kirche gibt und an deren Stelle im Katholizismus »Mariä Himmelfahrt„ steht. Ein Fresko der Muttergottes befindet sich an einer Außenwand im Klosterbezirk von Petschory.
Meine Vorstellung von der wundertätigen Ikone kommt der »Muttergottes von Wladimir« am nächsten.
Diesen Ort habe ich noch nicht besucht. Ich täte es wohl gern.

Weimar

Goethes Gartenhaus

Wo seine Geliebte Christiane Vulpius lebte

hat weder eine Tischbeinstraße noch eine Löwenzahnstraße, aber ein idyllisches Flußtal mit Park und einem Dichterhäuschen ist vorhanden. Dort ließ Goethe seine Geliebte Christiane Vulpius wohnen, ihr Name bedeutet Fuchs. Auch Weimar ist mir aus eigener Anschauung bekannt. Es steht symbolisch für eine kurze Phase der Demokratie, die von der Bevölkerung zu wenig wertgeschätzt wurde, um sie zu verteidigen. Ich hoffe, das ist heute anders. Und es ist auch mit dem KZ Buchenwald verbunden.