Traditionelle Rechtschreibung warum?

Der Wechselbalg "Eszett"

Warum habe ich mich für die traditionelle Schreibung entschieden, für "daß" und "muß"?
Ich könnte mich auch hinter meinem Helden verstecken und sagen, er schreibt so, wie er es bei den Homsarecs gelernt hat.
Kleiner Scherz.
Nein, ich bin der Ansicht, daß die Reform auf einigen Mißverständnissen fußt, unter anderem darauf, daß der Buchstabe ß (eigentlich eine Ligatur) ein Zeichen für lang gesprochene Vokale sei.
Wenn das so wäre, hätten wir immer schon Eeßlöffel, Miißverständnis und Kuuß gesagt. Das ist Unsinn. Ein Teil der Wörter wird zwar entsprechend behandelt, aber als Regel dürfte man das nur sehen, wenn es alles bis auf ein paar einzelne Ausnahmen behandeln würde.
Das ß in der Antiqua (und nichts anderes benutzen wir heute) ist nichts anderes als ein Doppel-S, und das kann man schrifthistorisch beweisen.
Katastrophal ist die Auswirkung allerdings auf Versalschriften, für die neuerdings ein Wechselbalg namens "großes ß" geschaffen wurde, das von seinen Befürwortern bis aufs Messer verteidigt wird.
Die Reform ist ein dummer und grundloser Angriff auf die deutsche Sprache.
Ich schreibe so, wie es mir logischer erscheint. Das ist nicht nur Gewohnheit, sondern das Ergebnis einer gründlichen Überlegung.