"Wie kann man nur so grausam sein?"
(Auszug)
Lilith of Dandelion
Er drückt sie nieder, ihr Oberkörper kommt auf Papieren zu liegen; ein Schreibtisch? Er fingert an ihr herum, dann steckt eine ihrer Brustwarzen in einer hundsgemeinen Klemme, sie jault auf. Die Klemme ist an irgendwas festgemacht. Emily kann ihren Oberkörper nicht vom Tisch heben, ohne daß ein großer Gegenstand mitwill und ihr richtig wehtut. Sie bleibt liegen. Die Hände müssen auf den Rücken, ein Strick verbindet sie.
Sie äußert zwischen den Schlägen schüchtern eine Bitte.
"Wie? Gänsefleisch? Oh, ja, schönes, zartes Gänsefleisch am Bürzel meiner kleinen Gans." Und er bearbeitet sie mit den Handflächen, dann mit dem Stock.
Sie wiederholt ihre Bitte. Lauter.
"Können sie vielleicht die Klammer lockern?"
Er hält einen Moment inne.
"Ich verstehe immer noch Gänsefleisch. Gen se fleisch de Glammer loggern?" äfft er sie nach. Sie heult vor Schmerz, Wut und Erniedrigung.
"Mayday?" fragt er sanft, ganz nah an ihrem Ohr.
"Nee!!" schreit sie, "aber machen Se de Glammer uff!"
Twatsch.
"Das war's schon fast."
Aber es kostete sie noch drei Hiebe, bis sie von der Glammer befreit war.
"Ich hasse Sie!" schnaufte Emily, "sich machen sich über mich lustig, übers Sächsische..."
Er hob ihren Oberkörper, drückte sie an sich: "Unsinn. Ich habe mich doch zuallererst in Ihren Dialekt verliebt."
Und gegen ihr Sträuben, ihr Kinn fest in der Hand.
"Sag mal: Kriege ich einen Kuß?"
"Krieg'schen Guß."
Und als anderes nicht herauszubekommen war, zerrte er sie in einen anderen Raum, ließ sie in eine Wanne steigen, und es gab "Güsse", kalte und heiße, bis sie es aussprechen konnte.