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Das Böse im Roman

Identifikationsfiguren?

Vorweg: Die Regeln in der Gesellschaft der Homsarecs sind keineswegs Regeln einer idealen Gesellschaft. Und da einiges im Argen liegt, was der Held auch recht genau sieht, arbeitet er auf einen Wandel hin. Sie sind nicht Helden im Sinne einer untadeligen Moral. Sie sind es im Sinne der Überwindung ihrer Triebhaftigkeit und im Erkennen der Zusammenhänge. Wie das, was wir erleiden, zusammenhängt mit dem, was wir getan haben.
Wie ist in der Belletristik mit dem Bösen umzugehen? Dürfen die Schandtaten beschrieben werden oder nicht, und wenn ja, welche? Drama lebt vom Bösen, sonst wäre das Regal für Kriminal-Literatur in den Bücherläden nicht größer als ein Handschuhfach. Was macht das Böse zum Vorbild? Ist eine Literatur deshalb schadlos lesbar, weil sie frei ist von sexueller Gewalt, auch wenn die Helden zunehmend im Blut waten, wie es seit einigen Jahren Trend ist?

Libertinage zuende gedacht

Eine sexuelle Beziehung mit Abhängigen darf es nach unseren Gesetzen nicht geben, und das ist auch gut so.
Die Verbrechen in diesem Roman haben teilweise mit sexualisierter Gewalt zu tun. Daß sie verführerisch daherkommt, macht sie nicht besser. Vielleicht werden Leser mir übelnehmen, daß ich mich in belletristischer Form mit einem absoluten Tabuthema beschäftige. Wie sieht es in der Seele des Mißbrauchers aus? Wie kommt er zu diesem Fehltritt, wie erfährt er sich selber, was sind seine "Ausreden"? Anders gesagt, wie verkauft er sich selber das Wissen seiner großen Schuld?
Ich beschreibe eine Gesellschaft, die aus der absoluten Libertinage aufbricht, um sich zu wandeln.