Ausgabe vom

5/17/2009

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Über Rollen: Dominante Frauen

Kerls, was ist los mit euch?

Es mag schon sein, daß Männer in einer deutlichen Überzahl in der Szene herumgeistern. Ein großer Teil von ihnen hat dafür aber Gründe, die verhindern, daß eine feste Beziehung mit einer dominanten Frau zustandekommt. Männer, die als gute Sklaven in Frage kommen, sind rar, und da liegt deine Chance.

Demgegenüber kenne ich aber Damen, die suchen. Und die seit längerer Zeit vergeblich suchen. Davon gleich mehr.

Möglicherweise ist die Resignation, die sich aus dem Mythos von der Überzahl ergibt, überhaupt der Grund dafür, wenn viele, allzuviele sich keine Mühe mehr geben, wenn sie an der falschen Stelle suchen, wenn sie sich daran gewöhnen, daß Erfolglosigkeit ihr ständiger Begleiter werden soll.
Nichts ist verloren -- bis man es verloren gibt.

Wie aber ergeht es den Damen, wenn sie tatsächlich suchen?

Das kann eine lange Geschichte von Frustration und verlorener Zeit sein, wovon einige ein Lied singen können. Denn da wir über Ansprüche reden: Die Herren Subs erheben solche ebenfalls!

Dem einen war die Lady nicht dominant genug, der zweite hingegen beschwerte sich, daß sie "eine Show abzog", indem sie sich einen Nick gab, er sah das als Maskierung und als unecht an. Seine Idee ist die grundsätzliche Gleichberechtigung, die dann auch ins Machtgefälle übergehen kann, wenn man sich grundsätzlich geeinigt hat, das aber keineswegs in den Alltag übergreifen darf.

Ein weiterer war enttäuscht, daß sie nicht gleich im Café beim ersten Treffen die Gerte zog und ihn ins Hinterzimmer zerrte.

Vielleicht fällt jemandem auf, daß diese beiden Ansätze exakt gegenteilig sind. Das macht das Kennenlernen nicht leichter.

Entweder begegnet man sich auf Augenhöhe, oder man tritt sofort ins Machtgefälle ein. Aber das tut keine vernünftige dominante Frau!

Der vierte wiederum hat keine Lust, ihr erst die Anfänge beizubringen. Sie soll auf Anhieb das Handwerk beherrschen. Sie erst anlernen? Das bedeutet verlorene Wochen und Monate.

Es ist die Sache mit dem Spatz in der Hand oder der Taube auf dem Dach.

So oder so: Die Bereitschaft, in eine entstehende oder bestehende Beziehung zu investieren, ist drastisch gesunken. Die Erwartung scheint zu sein, daß wie aus der Pistole geschossen eine perfekte Session hingelegt wird. Unvollkommenheit wird nicht hingenommen.

Aber Ungeübtheit schwindet durch Übung, Fremdheit durch Kennenlernen, Mißverständnisse durch Verständnis. Das braucht allerdings ein wenig Geduld.

Woran liegt es, wenn du nicht zugreifst? Glaubst du nicht an deine Chance? Oder ist dir das zu eng, zu verbindlich, unbequem?

Problem Nr. 1: Es gibt keine Regeln dafür, auf welcher Ebene man sich beim Erstkontakt begegnet. Schon ist Mißverständnissen Tür und Tor geöffnet. Schlägt man einen alltäglich-flapsigen Ton an, kommt man zu respektlos rüber.

Grundregel: Einfach höflich und vernünftig auf die Dame zugehen, weder im Staub kriechen, noch ihr auf die Schulter klopfen.

Männer, die auf eine Einzelsession aus sind und unverbindlichen Sex suchen, sprechen eine dominante Frau schon gleich auf der Ebene des Machtgefälles an. Sie machen sich also nicht erst die Mühe, eine Frau über längere Zeit zu umwerben. Gell, der Gedanke, eine dominante Frau zu umwerben kommt dir vielleicht ganz abwegig vor? Seit wann macht man einer ....

Ah, ja.

... einer Hure den Hof?

Dominante Frauen haben auch im echten Leben den Respekt verdient, den alle Mitmenschen verdienen. Ob sie nun gegen Geld toppen oder es zu ihrem privaten Vergnügen tun.

Das Paradoxe an der professionellen Domina ist ja, daß sie vom selben Mann angehimmelt und verachtet wird, je nach dem Grad seiner Steife.

Viele, die sich nur professionelle Dominas vorstellen können, wissen vielleicht gar nicht, daß es auch dominante Frauen gibt, die ihre Neigung privat ausleben. Daß sie keineswegs leichtlebig sind, sondern ihrem Mann sehr treu, wie ich es bin. Und die es nicht tun, um dem Mann einen Dienst zu leisten. Sondern die einfach Spaß dran haben. Siehe Foto.

Ich selber suche nicht. Aber ich hörte von anderen Dom-Frauen, daß sie es aufgegeben haben. Viele suchende Männer behandeln die Angesprochene so, als hätte sie kein Herz. Dominante Damen können aber eine Kette von Enttäuschungen auch nicht besser verkraften als jeder andere Mensch, der nach Liebe sucht.

Viele, die sich nur professionelle Dominas vorstellen können, wissen vielleicht gar nicht, daß es auch dominante Frauen gibt, die ihre Neigung privat ausleben