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Die netten Dämonen von nebenan
Die gute Kali
"Wenn das Böse auf dem höchsten Punkt angekommen ist, muß es sich selbst zerstören", sagt das I-Ging.
Stephen King propagiert im Einklang mit der christlichen Lehre die Existenz eines absoluten Bösen. Das aber ist ein Trugschluß.
Wenn ein persönliches intelligentes Böses existieren würde, dann würde es davor zurückschrecken, sich selbst zu zerstören.
Wenn es aber Mitleid mit sich selber hat, ist es nicht vollkommen böse. Zerstört es sich selber jedoch, dann hat es seine Mission selbst beendet, und das kann nicht intelligent sein.
Damit ist natürlich nicht gemeint, daß keine Moral gelten soll, daß man einfach tun kann, was man will, so wie viele den Satz von Aleister Crowley mißverstehen: "Tu, was du willst, das ist das Gesetz" -- "Do what thou wilt shall be the whole of the Law."
Wie ein kluger Freund von mir bemerkte, bedeutet das aber etwas anderes. Es hat -- so setze ich den Gedanken fort -- mehr zu tun mit dem "Wu Wei", dem erhabenen "nicht handeln".
"Tu, was du tun wirst" -- damit ist meiner Ansicht nach gemeint, einem inneren Entwicklungsgesetz nach zu handeln, ohne etwas zu erzwingen, was von Moral oder Verstand geboten wird. Auf keinen Fall kann das ein Freischein für unethisches Handeln sein.
Außerdem muß man in Betracht ziehen, daß Aleister Crowley ein sehr witziger Mann war, er war "tongue in cheek", also ein mit ernstem Gehabe Scherzender, versehen mit einer Art Humor, die in Deutschland entweder nicht verstanden oder gehaßt wird.
Die Philosophie im Allgemeinen unterstützt uns nicht.
Ich rede hier keineswegs der Willkür oder der Gewalt das Wort. Ich bin nur der Ansicht, daß der freie Wille höher steht als die allgemeine Moral, ich meine, daß wir alles dürfen, was alle Beteiligten wollen, was nicht gegen das Gesetz verstößt und was niemandem schadet. Und was uns schadet, wissen wir selbst am besten.
Alle irdische Lust ist eine Form von Schmerz, und Mißhandlung ist Wohltat für den, der sie will.
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